Nierensteine gehören zu den häufigsten urologischen Erkrankungen. Sie entstehen, wenn bestimmte im Harn gelöste Stoffe auskristallisieren und sich zu Steinen verbinden. Kleine Steine bleiben oft unbemerkt. Wandert ein Stein jedoch in den Harnleiter, kann es zu einer äußerst schmerzhaften Nierenkolik kommen: plötzlich einsetzende, krampfartige Schmerzen in der Flanke oder im Rücken, die häufig bis in den Unterbauch oder die Leiste ausstrahlen. Übelkeit und Erbrechen können hinzukommen.
Warum entstehen Nierensteine?
Die Ursachen sind vielfältig. Eine wichtige Rolle spielen zu geringe Flüssigkeitszufuhr, salz- und fleischreiche Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel. Auch Stoffwechselerkrankungen, bestimmte Medikamente und eine familiäre Veranlagung können die Steinbildung begünstigen.
Interessant ist auch die geografische Verteilung: Nierensteine treten in westlichen Industrieländern deutlich häufiger auf als in vielen Regionen mit traditioneller, pflanzenreicher Ernährung. Dieses sogenannte Ost-West-Gefälle wird unter anderem mit Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sowie klimatischen Faktoren erklärt. Insgesamt sind Nierensteine in den letzten Jahrzehnten in vielen Ländern häufiger geworden.
Der wichtigste Schutz: ausreichend trinken und Bewegung.
Die einfachste und gleichzeitig wirksamste Maßnahme ist regelmäßiges Trinken. Ziel sollte sein, täglich etwa 2–2,5 Liter Urin auszuscheiden. Dafür sind – abhängig von Körpergröße, Aktivität und Temperatur – meist etwa 2,5 bis 3 Liter Flüssigkeit pro Tag notwendig. Besonders bei Sport, Hitze oder starkem Schwitzen muss mehr getrunken werden. Wasser ist dabei die beste Wahl.
Auch die Ernährung lässt sich anpassen: weniger Salz, weniger stark verarbeitete Lebensmittel und kein übermäßiger Fleischkonsum, dafür reichlich Gemüse und Obst. Wichtig: Calcium sollte nicht grundsätzlich vermieden werden – eine normale Calciumzufuhr kann sogar vor bestimmten Nierensteinen schützen.
Wer bereits einmal einen Nierenstein hatte, sollte die Ursache genauer abklären lassen. Denn je nach Steinart können individuelle Ernährungsmaßnahmen oder eine gezielte medizinische Behandlung das Risiko eines erneuten Steins deutlich reduzieren.
Nierensteine sind also nicht einfach Schicksal: Mit ausreichend Flüssigkeit, einer ausgewogenen Ernährung, normalem Körpergewicht und regelmäßiger Bewegung lässt sich viel für die Vorbeugung tun.
